Teleskoptypen

13.04.09

Home
Übersicht
Teleskoptypen
Teleskopauswahl
Fotos
Impressum

 

 

                                          

Spiegelteleskop (Reflektor)

 

 1. Spiegelteleskop nach Newton

Das ist das wohl bekannteste und meist verbreitete Spiegelteleskop. Es handelt sich um ein relativ einfaches System, man könnte auch sagen „genial einfach“. Es besteht im Wesentliches aus einem Tubusrohr, in dessen Rückseite ein asphärisch geschliffener Parabolspiegel eingelassen ist. Dieser Spiegel ist das Herzstück des Teleskopes, er fängt das Licht, bündelt es, und wirf es zurück zum plan geschliffenen Umlenk- oder Fangspiegel im Vorderbereich des Teleskoptubus. Dieser Fangspiegel ist ellyptisch, 45 ° geneigt, und spiegelt das Licht durch eine kleine Öffnung aus dem Teleskop heraus. Hier entsteht der Brennpunkt, an welchem wir eine Vergrößerungslinse, ein sog. Okular einsetzen, um das scharfe Bild zu bekommen.

 

Pro:

 

-    einfach gebaut und gut verständlich

-     für wenig Geld bekommt man hier eine sehr lichtstarke hochauflösende Optik in die Hand

-     justierbare Newton-Teleskope lassen sich wie der Name schon sagt justieren. Das ist mit etwas Übung nicht schwer. Durch eine gute Justage können Justage- bedingte Bildfehler ausgemerzt werden

-     Durch die in der Regel kurze Brennweite erlangen wir ein sog. „schnelles Öffnungsverhältnis, z.B. 1:5- dies ermöglicht die Beobachtung von weit ausgedehnten Objekten wie Galaxien oder Gasnebeln, als auch die schnell ausbelichtete Fotografie solcher Objekte.

-     Das Newton- Teleskopsystem eignet sich auch besonders gut zur Montage auf einer äquatorialen Fernrohrmontierung oder auf einer einfachen azimutalen Montierung

-     Das erzeugte Bild ist wie bei optischen Abbildungen üblich ohne Korrektion seitenverkehrt. Der Vorteil gegenüber mach anderem System: es ist nur Seitenverkehrt, nicht spiegelverkehrt! 

 

Neutral:

 

-     im Strahlengang sitzt bekanntlich der Umlenkspiegel incl. Halterung (sog. Obstruktion). Die daran abgelenkten Randstrahlen finden sich in der Beugungsscheibe am scharf gestellten Stern wieder, heißt: der Kontrast des Systems sinkt, davon abgesehen bedeutet der Fangspiegel einen geringen Lichtverlust. Trotz allem: der Fangspiegel lässt sich bei einem Newton, der nicht allzu kurzbrennweitig ist, relativ klein halten. Somit ist die entstehende „optische Eintrübung“ nicht überzubewerten.  

 

Kontra:

 

-     der Newton, insbesondere der kurzbrennweitige, zeichnet in den Randregionen nicht scharf. Die sog. „Koma“ entsteht, ein systembedingt auftretender optischer Fehler, der besonders die Sterne in den Randregionen der Abbildungsebene länglich verzerrt erscheinen lässt. Es gibt jedoch heute schon gute Okulare für die Beobachtung, oder gute Flattener für die Fotografie, um diesen Fehler weitestgehend zu minimieren.

-     Mach ein Newton ist je nach Bauart sehr justageempfindlich, heißt die optische Achse bleibt nicht immer exakt. Da das System oftmals als „Lichteimer“ für die Beobachtung bei schwacher Vergrößerung verschrien ist, legt manch ein Anbieter nicht so viel Wert auf die exakte Ausführung, worunter dann auch der Kontrast leiden kann.

 

Generell gilt das Newton jedoch als günstiges Allround- Talent, meine persönliche Empfehlung für jeden Anfänger, und nicht nur für diesen ;-)  

 

 

 

2. Spiegelteleskop nach Herschel

Dieses alte Teleskopsystem ist relativ einfach zu verstehen: die einzige optische Fläche ist ein Spiegel. Er liegt leicht gekippt im Teleskoptubus, sammelt das Licht, und wirft es seitlich vorne aus dem Tubus hinaus. Dabei entstehen jedoch Bildfehler, die nach dem heutigen Stand der Technik allzu heftig sind. Das original Herschel- Teleskop besitzt einen Metallspiegel. Heutige Spiegelträger bestehen zumeist aus besonderen Glassorten oder Glaskeramiken, und sich speziell beschichtet und vergütet, also wesentlich besser geeignet zur langjährigen und sinnvollen Nutzung. Da s kaum noch Einsatz findet halten wir uns an dieser Stelle kurz mit der Beschreibung...

Pro: einfach in der Herstellung

Kontra: Abbildung hochgradig fehlerbelastet

 

 

3. Cassegrain - Spiegelteleskop (auch kathadioptrisches Spiegelteleskop)

Bei diesem System fällt das Licht auf den Hauptspiegel am Tubusende, wird gebündelt zurückgeworfen und trifft auf den frontseitig angebrachten Umlenkspiegel, wird erneut zurückgspiegelt und gelangt durch den durchbohrten Hauptspiegel an die Rückseite des Teleskoptubus, wo sich der Brennpunkt ergibt, und wo wir letztendlich unser Zubehör, das Okular, ansetzen. Im Gegensatz zum Newton Spiegeltelskop ist der Umlenkspiegel kein ellyptischer Planspiegel, sondern ein Kugelspiegel, der an verschiedenartigen Halterungen, oder einer planparallelen Glasplatte befestigt sein kann. Durch den gefalteten Strahlengang in Kombination mit dem Kugelspiegel ergibt sich bei diesem System in der Regel eine sehr hohe Brennweite, bei sehr kurzer Baulänge. Der Hauptspiegel ist asphärisch geschliffen, weshalb bei gutem Schliff kein sphärischer Fehler auftritt. Jedoch werden  weitere Fehler wie Asthigmatismus oder Koma weiterhin sichtbar.

Pro:

- kurze Baulänge erlaubt guten Transport  und gute Montierbarkeit des Gerätes. Sinnvoll z.B. auch für den Sternwarteneinsatz.

- wer eine lange Brennweite sucht, z.B. um kleine planetarische Nebel im Detail im Primärfokus zu fotografieren mag das System zu schätzen wissen

Kontra:

- was auf der einen Seite ein Vorteil ist, ist auf der anderen Seite der größte Nachteil- die hohe Brennweite: hohe Vergrößerungen lassen sich zwar gut ereichen, dafür schwache gar nicht mehr. Gerade bei der Fotografie mit kleinen CCD- Chips wird das Bildfeld des Himmels sehr klein, und die erforderte Nachführgenauigkeit sehr hoch. Ausgedehnte Gasnebel passen nicht mehr ins Gesichtsfeld, selbst bei schwach vergrößernden Okularen. Man sieht wire man so schön sagt "den Wald vor Bäumen nicht mehr"

- mit der Brennweite verknüpft ist das Öffnungsverhältnis (klein f oder N). Es ist wie man so schön sagt ein langsames Öffnungsverhältnis, in der Regel 1:10 bis 1:15. Dieses Öffnungsverhältnis, gleichzusetzen mit "Lichtstärke" ist besonders bei der Fotografie lichtschwacher Objekte interessant. Es dauert bei einem langsamen N besonders lange, bis ein Objekt bei der Fotografie ausbelichtet ist.

- o.g. Fehler außerhalb der optischen Achse

- der Umlenkspiegel bei solchen Systemen ist systembedingt relativ groß im Durchmesser. Diese sog. Obstruktion sollte insbesondere bei hoch Kontrast erfordernden Objekten 20% nicht übersteigen, liegt jedoch beim Cassegrain bei ca. 30- 40 % durchmesserbezogen- somit verteilt sich das Licht verstärkt in der Beugungsscheibe des Sterns - Resultat: er wirkt nicht mehr "nadelpunktfein" scharf, sondern eher ein wenig flächig.

[manche Systeme verfügen über eine Hauptspiegelfokussierung - hier ist eine große Gefahr des sog. "Süpiegelshiftings" zu sehen, da die Fokussierung durch das Bewegen des ganzen Spiegels erreicht wird, dieser aber dabei leicht aus der optischen Achse gerät, der Stern defakto hin und herzuspringen scheint, insbesondere bei hohen Vergrößerungen kann das unangenehm sein, da feinfühliges Fokussieren dann unmöglich wird]

- Durch die hohe Brennweite, aber den nur kurzen Teleskoptubus wirken sich Schwankungen in der Tubusausdehnung beim Temperaturausgleich unverhältnismäßig stark auf die Abbildung aus. Daher ist insbesondere für die hochauflösende Astrofotografie ein Carbon - Tubus zu empfehlen

- durch den rückseitigen Einblick benötigt man zumeist einen zusätzlichen Umlenkspiegel, um die Einblickposition zu verbessern

 

Fazit: das Casegrain ist eine "eierlegende Wollmilchsau", die eine große Optik und viel Brennweite für relativ anständigen Preis vereint, viel Licht sammelt und hoch vergrößert, und auch fotografisch eingesetzt werden kann, also eigentlich alles kann, nur nichts richtig...

 

4. Gregory- Teleskop

Ähnlich wie das Herschel- Teleskop findet auch dieses kaum noch Einsatz, weshalb wir uns kurz halten. Es ist aber ähnlich wie das Cassegrain aufgebaut, nur dass der Umlenkspiegel konkav geschliffen ist, und etwas weiter noch vorne gelegt ist. Die Bildfeldwölbung ist relativ hoch, die Bauweise im Vergleich zum Cassegrain recht lang. 

 

 

 

Linsenteleskop (Refraktor)

Das Linsenteleskop ist das ursprünglichste Teleskop. Schon Gallilei beobachtete mit einem solchen Instrument den Himmel, und entdeckte dass sich auch um andere Planeten Monde bewegen. Der Aufbau ist recht simpel: an der Tubusfront befindet sich ursprünglich eine Samellinse, die das eintreffende Licht bricht und bündelt. Am Tubusende entsteht dann der Brennpunkt, bzw. das scharfe Bild. Das Linsenfernrohr hat einen großen Vorteil im Vergleich zu den bisher vorgestellten Geräten. Es ist kein störender Fang- bzw. Umlenkspiegel im Strahlengang vorhanden. Diese Tatsache verspricht auf dem Papier größtmögliche Kontrastschärfe. Jedoch tritt ein anderer sehr erheblicher Fehler auf, die sog. "Chromatische Abberation", auch Farbfehler genannt. Das das Licht nicht wie im Spiegelteleskop nur reflektiert, sonders gebrochen wird, also durch die Linse hindurchläuft, wird es in seine Spektralfarben zerlegt. Im Brennpunkt vereinen sich die meisten Farben zwar wieder zum Weißlicht, aber eben nur einige. Ein Rest verteilt sich ion den Beugungsringen um die Sternabbildung, und erzeugt visuell betrachtet einen häßlichen "Farbsaum" um den Stern, der zudem die natürliche Färbung verfälscht und die Kontrastschärfe herabsetzt. Aufwendige Verfahren ermöglichen jedoch, diesen Fehler zu minimieren oder nahezu auszulöschen. Dennoch bleibt der Effekt, dass das Licht durch Gls geht, und dabei immer ein wenig verloren geht (absorbiert wird).  

 

1. chromatischer Refraktor

Dieses ist das einfachste System, in der Regel ein Einlinser. Die Abbildung ist gekennzeichnet durch extreme Unschärfe und große Farbenspiele, zumeist insbesondere störend sind die Blauanteile.

2. achromatischer Refraktor

Dies sind zumeist Zweilinser- Ssteme. Das bekannteste ist das nach Fraunhofer. Eine zweite etwas anders geschliffene Objektivlinse bewirkt, dass mehr Strahlen auch genau in den Brennpunkt gelangen, und o.g. Fehler minimiert werden. Der restfarbfehler ist umso stärker, je kurzbrennweitiger das Gerät ist. Daher sind "Achromaten" eher im langbrennweitigen Bereich, z.B. 1:12 empfehlenswert. Dann kann man durchaus ein gutes Planeteninstrument erwischen.

3. Semi- Apochromatischer oder halbapochromatischer Refraktor

Dies ist ein Mittelding zwischen  "Achromat" und "Apochromat". Durch eine erneute Optikkorrektur kann der Farbfehler weitestgehend minimiert werden.

4. Voll- Apochromatischer Refraktor

Dieses System besteht aus mindestens zwei neuartig gerechneten Linsen, klassisch aus drei oder vier Objektivlinsen. Es ist ein Irrglaube, dass damit der Farbfehler komplett ausgemerzt werden kann. Jedoch wird er soweit reduziert, dass er visuell kaum noch bis garnicht wahrgenomen werden kann. Es gibt auch verschiedene Vollapo`s. Bekannt sind z.B. die mit speziellen, sog. "ED- Gläsern". Als "Leckerbissen" gelten z.B. auch Apochromaten mit einem Flouritelment. Oder die Triplett Ortho Apos. Solche Geräte sind in keinster Weise mit den Achromaten vergleichbar, und gehören zum Feinsten was das Fernrohrgeschehen bieten kann! Besonders Leute, die sich hohen Kontrast bei der Beobachtung feinster Details am Planeten wünschen schwören auf diesen Teleskoptyp.

 

Pro:

- obstruktionsfreie Abbildung erlaubt bei entsprechender Bauart äußerst hohe Kontrastschärfe. Dies prädistiniert dieses Instrument für die hoch kontrastreiche Beobachtung von Planeten und Doppelsternen oder feinen Strukturen bei hellen Deep- Sky - Objekten (tief im Weltall liegenden Objekten wie z.B. Gasnebel)

- weitere Bildfehler, außer die Chromtische Abberation sind eher gering

 

Kontra:

- chromatische Abberation insbesondere bei einfacheren Bauarten

- zumeist sehr teuer, insbsondere die Vollapos. Für das gleiche Geld bekommt man ein Spiegeltelskop mit wesentlich größerer Aperatur.

- durch den rückseitigen Einblick benötigt man zumeist einen zusätzlichen Umlenkspiegel, um die Einblickposition zu verbessern

- Mehrlinser haben den Nachteil, dass jede Optische Fläche auch geringe optische Fehler mit sich bringt, welche sich addieren. Zudem schlucken Gläser mit schlechtem Brechungsindex und schlechter Vergütung auch viel Licht.

- Zumeist hohes Teleskopgewicht und bei langer Bauweite / Brennweite hohe Ausschwingzeiten auf der Fernrohrmontierung

 

 

 

Spiegel- Linsen- Mischsyteme:

1. Schmidt- Cassegrain- Teleskop (auch kathadioptrisches Spiegelteleskop)

2. Schmidt- Newton- Teleskop

3. Maksutov / Maksutov Cassegrain Teleskop

4. Maksutov - Newton- Teleskop

 

 

 

 

 

Astrographen:

1. Schmidtspiegel / Schmidt- Camera

2. Flat- Field- Camera

3. Foto- Maksutov

4. Hypergraph

5. Deltagraph

 

 

 

Sonderformen:

1. Schiefspiegler nach Kutter

Der Schiefspiegler nach Anton Kutter ist ein Spiegelfernrohr, das im wesentlichen aus einem Hauptspiegel, einem planen Umlenkspiegel, ggf. mit einer Korrektionslinse versehen ist. Dabei trifft das Licht auf den geneigten Hauptspiegel, wird gebündelt zurückgeworfen auf den Umlenkspiegel, welcher seitlich außerhalb des Strahlenganges liegt, und zurückgeworfen, sodass ein Brennpunkt unterhalb des Gerätes entsteht. Das besondere am Schiefspiegler ist, dass wir durch das Spiegelsystem sehr einfach eine große Aperatur (Teleskopöffnung bzw. Lichtsammelfläche) erreichen, gleichsam aber keine Behinderung (Obstruktion) eines Fangspiegels im Strahlengang. Systembedingt ist die Brennweite in der Regel relativ hoch (Öffnungsverhältnis 1:10 – 1:20) Ein perfekt gebauter Schiefspiegler ist daher nahezu farbrein, schluckt kaum Licht, und ist absolut obstruktionsfrei, hat also die Vorteile eines Newton Spiegelteleskops als auch die des APO Linsenteleskops, ohne deren Nachteile.  Das heißt er ist auf dem Papier das perfekte Gerät für  die Beobachtung, welche hohe Kontrastabbildung erfordert . Für die visuelle Beobachtung von kleineren Deep- Sky- Objekten, Planeten und Doppelsternen, oder aber die Planetenfotografie ist es das meiner Meinung nach beste Teleskopsystem überhaupt. Leider ist dieses großartige System nicht einfach in der Herstellung, Handhabung und Justage, weshalb es im Amateurbereich kaum noch Anwendung findet. Sehr sehr schade…

 

P.S.: Es gibt verschiedene Ausführungen des Schiefspieglers nach Kutter: das gängiste ist der Yolo- Schiefspiegler. Etwas komplexer, bzw. mit mehr Spiegeln, Umlenkungen und längerem Strahlengang ausgestattet ist der Tetra- Schiefspiegler. Neuerdings gibt es auch die sog. Multischiefspiegler (Herrig- Teleskope), welche auf diesem Prinzip beruhen.  

 

2. Coude - Teleskop (Coude- Refraktor und Coude- Reflektor)

3. Fagott- Teleskop (bek. Fagott- Refraktor)

4. Schaerrefraktor

5. Richey- Cretien- Teleskop

6. Nasmyth- Teleskop

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Home | Übersicht | Teleskoptypen | Teleskopauswahl | Fotos | Impressum